Während der breitere europäische Markt ein immenses Potenzial bietet, hängt der Erfolg letztendlich von der hyperlokalen Umsetzung ab. Das Vereinigte Königreich ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Identifizierung einer spezifischen Marktlücke zu einem hochprofitablen Geschäftsmodell führen kann. Eine überzeugende Fallstudie betrifft eine chinesische internationale Studentin, die erfolgreich ein Geschäft für gemeinsam genutzte Powerbanks in Großbritannien aufgebaut hat, indem sie eine Informationslücke und lokalisierte B2B-Partnerschaften nutzte.
Die Gründerin erkannte eine einzigartige Gelegenheit, während ihres Studiums in Großbritannien. Zu dieser Zeit gab es das Modell der gemeinsam genutzten Powerbanks in Großbritannien praktisch nicht, trotz der hohen Dichte an Cafés und der universellen Abhängigkeit von Smartphones. In der Erkenntnis, dass lokale Verbraucher es gewohnt waren, für Komfort zu bezahlen, aber tragbare Lademöglichkeiten fehlten, importierte die Gründerin kostengünstige Powerbanks aus China (zu etwa 1 bis 2 Pfund pro Einheit), um den Markt mit minimalem finanziellen Risiko zu testen.
Erste Versuche, das Dienstleistungsangebot lokalen Unternehmen anzubieten, stießen auf Skepsis. Viele Ladenbesitzer waren mit dem Konzept nicht vertraut und zögerten, Thekenfläche zur Verfügung zu stellen. Der Durchbruch gelang, als die Gründerin das Angebot auf die bekannte internationale Kette Nero verlagerte. Durch die Vereinbarung eines Treffens mit einem regionalen Vertriebsleiter konnte die Gründerin erfolgreich eine Umsatzbeteiligungsvereinbarung von 30/70 aushandeln. Dieser lokalisierte B2B-Ansatz erwies sich als Schlüssel zur Gewinnung des Verbrauchervertrauens und zur Sicherung erstklassiger Standorte durch die Partnerschaft mit etablierten Gastronomiemarken.
Das Pilotprogramm wurde an etwa 10 Standorten in den Midlands und Nordengland eingesetzt, wobei jeder Laden 5 bis 10 Powerbanks beherbergte. Die Einheitsökonomie war äußerst günstig und generierte schätzungsweise 300 bis 500 Pfund monatlichen Umsatz pro Laden. Dies zeigte, dass selbst mit einer bescheidenen anfänglichen Präsenz die hohe Zahlungsbereitschaft britischer Verbraucher für Notfallaufladungen einen schnellen ROI erzielen konnte.